Geschäftsberichte

Brief an die Aktionäre

Das vergangene Jahr war für die Wirtschaft, für die Politik und für die Menschen voller Herausforderungen. In der zweiten Jahreshälfte 2009 drehte die Konjunktur nach einer beispiellosen Talfahrt wieder ins Positive. Dadurch konnte der Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung auf insgesamt rund 5% gebremst werden. Diese erhebliche Belastung hatte bisher allerdings noch geringe Auswirkungen auf die Konsumbereitschaft der Deutschen, auch die Beschäftigungsquote konnte durch die Unternehmen weitgehend stabil gehalten werden.

Geschäftsjahr 2009:

Diese Stabilität ist auch dem Fair Value – Konzern zugute gekommen und so freuen wir uns über eine weitere Steigerung der Vermietungsquote unseres Portfolios zum Jahresende 2009 auf 95,5%. Das stark gesunkene Zinsniveau hat zu deutlich geringeren Nettozinsaufwendungen als im Vorjahr geführt, wozu aber auch Tilgungsleistungen beigetragen haben. Nennenswerte Einsparungen wurden zudem bei den allgemeinen Verwaltungskosten erzielt, auch die immobilienbezogenen Aufwendungen lagen unter unserer Prognose. Dementsprechend fiel das bereinigte Konzernergebnis nach EPRA mit 6 Mio. € bzw. 65 ct je Aktie deutlich besser aus, als wir zu Beginn des Jahres 2009 noch prognostiziert hatten.

 

Einen gegenläufigen Effekt hatten jedoch die Marktbewertungen der Immobilien und Zinsderivate zum Jahresende. Bei der Marktbewertung der Immobilien zum 31.Dezember 2009 fiel positiv ins Gewicht, dass bei einigen Immobilien bereits wieder Bewertungsgewinne ermittelt wurden. Dennoch lag das Bewertungsergebnis für unser anteiliges Immobilienportfolio im Saldo bei minus 3,4%, was allerdings gegenüber dem Vorjahr mit einem Minus von 6,4% eine Halbierung bedeutet. Auch die Marktbewertung der Zinsderivate brachte erneut eine – allerdings ebenfalls reduzierte – Belastung auf das Konzernergebnis und das bilanzielle Konzern-Eigenkapital mit sich. Wir sehen die im Vorjahresvergleich deutlich verbesserten Marktbewertungen als Anzeichen für eine Bodenbildung. Infolge der Marktbewertung ergab sich ein Konzernfehlbetrag nach IFRS für 2009 von 2,9 Mio. € nach 13,3 Mio. € im Vorjahr. Das bilanzielle Konzern-Eigenkapital lag zum 31. Dezember 2009 mit 72,7 Mio. € um 4,7% unter dem Vorjahreswert.

 

Der hierin enthaltene, derzeit negative Marktwert der derivativen Finanzinstrumente summiert sich Fair Value-anteilig auf 8,8 Mio. €. Er wird sich bis zum Ablauf der Zinssicherungsgeschäfte sukzessive wieder auflösen und damit das Eigenkapital wieder erhöhen. Der immobilienbezogene Nettovermögenswert nach EPRA des Fair Value – Konzerns entsprach zum 31. Dezember 2009 nach Hinzurechnung der derivativen Finanzinstrumente einem Betrag von 81,5 Mio. € oder 8,72 € je Aktie.

 

Die Marktbewertung der Immobilien hatte allerdings auch Auswirkungen auf den Einzelabschluss der Fair Value REIT -AG zum 31. Dezember 2009 nach HGB. Durch außerplanmäßige Teilwertabschreibungen auf Immobilien im Direktbesitz sowie auf zwei Beteiligungen summierte sich ein Fehlbetrag von 2,8 Mio. €, der durch Entnahmen aus Gewinnrücklagen und aus der Kapitalrücklage ausgeglichen wird. Damit ergibt sich kein Bilanzgewinn nach HGB. Da dieser jedoch ausschlaggebend für die Ausschüttung einer Dividende ist, kommt – wie prognostiziert – eine Dividendenzahlung im Jahr 2010 für das abgelaufene Geschäftsjahr noch nicht in Betracht.

Prognose für 2010 und 2011:

Ab dem Jahr 2010 werden die im vergangenen Jahr eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung bei den allgemeinen Verwaltungskosten auf Ebene der Holding ihre volle Wirkung entfalten. Unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2010 führt aufgrund von geplanten Instandhaltungs- und Vermietungskosten zu einem im Vergleich zum Berichtsjahr geringeren EPRA-Ergebnis von 45 ct je Aktie, wobei die FFO (Funds from Operations bzw. operativer Cash Flow) mit 29 ct je Aktie annähernd stabil bleiben werden. Für das Jahr 2011 sieht die Planung eine Steigerung des EPRA-Ergebnisses auf 59 ct je Aktie und der FFO auf 32 ct je Aktie vor.

 

Durch weitere Einsparungen in der Kostenstruktur der Beteiligungsunternehmen sowie über ertragswirksame Zuflüsse in der Folge von weiteren Portfolioanpassungen streben wir handelsrechtliche Überschüsse an, die eine Dividendenzahlung von jeweils 10 ct je Aktie ermöglichen.

 

Der seit einigen Monaten wieder anziehende Investmentmarkt sowie die jüngsten Vermietungserfolge im Portfolio als Beleg für die Qualität des Portfolios dürften diese Zielsetzung unterstützen. So konnte der zum 31. Dezember 2009 noch vorhandene Leerstand im Konzern halbiert und das im Jahr 2012 anstehende Anschlussvermietung-

svolumen bereits heute zu fast 75% vorzeitig abgearbeitet werden.

Perspektive:

Wir wollen die solide Basis bei einer weiteren Stabilisierung des Kapitalmarktumfeldes nutzen, um die Größenordnung des Fair Value-Konzerns über Sachkapitalerhöhungen und nachrangig über Barkapitalerhöhungen voranzutreiben. Wir betrachten dabei Größe nicht als Selbstzweck, sondern wollen hierüber eine weitere Reduzierung der laufenden Kosten je Aktie erreichen und somit das Dividendenpotenzial für die Zukunft nachhaltig erhöhen.

 

In diesem Sinne ist die transparente Finanzberichterstattung schon seit unserem Börsendebut im Herbst 2007 unser besonderes Anliegen. Daher freuen wir uns über das Ergebnis einer im Dezember 2009 veröffentlichten Studie über die Transparenz der Finanzberichterstattung von vierzig börsennotierten Immobilien-AGs, die im Abgleich mit dem Informationsbedürfnis von Investoren und Analysten die Finanzberichterstattung der Fair Value REIT-AG für das Geschäftsjahr 2008 an erster Stelle sah.

 

Wir haben diese Studie als Ansporn für eine weitere Verbesserung unseres Informationsangebotes an Sie genutzt und hoffen, mit dem hier vorliegenden Geschäftsbericht 2009 einen weiteren Fortschritt zu erreichen. Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen und würden uns freuen, Sie auf unserer diesjährigen Hauptversammlung am 17. Mai 2010 in München begrüßen zu dürfen.

 

Download Geschäftsbericht

Download Einzelabschluss nach HGB

Ein REIT - mehr Rendite für Anleger

REIT steht für Real Estate Investment Trust. Das Vermögen dieser in Deutschland börsennotierten Aktiengesellschaften besteht überwiegend aus Immobilien und Beteiligungen an anderen Immobiliengesellschaften.

 

International sind REITs bereits seit vielen Jahren bewährt. Zum 1. Januar 2007 wurden sie auch in Deutschland eingeführt.

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